Wie Cannabis chronische Darmentzündungen lindert

    • Wie Cannabis chronische Darmentzündungen lindert

      Von Dr. med. Franjo Grotenhermen
      Viele Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn, sprechen gut auf eine Behandlung mit Cannabis an. Das ist naheliegend, denn auch viele andere Entzündungen können durch Cannabis oder einzelne Cannabinoide günstig beeinflusst werden. Sowohl THC als auch CBD haben entzündungshemmende Eigenschaften. Jetzt haben Forscher der Universität von Massachusetts in den USA einen neuen Wirkungsmechanismus nachgewiesen, der dabei hilft, die Wirkung bei chronischen Darmentzündungen besser zu verstehen.
      Eigentlich ist es erstaunlich, dass es im Darm bei Gesunden nicht permanent eine entzündliche Reaktion auf die Anwesenheit großer Mengen von Bakterien gibt. Es gibt einen Grund, warum unser Darm normalerweise mit diesen Bakterien gut zurechtkommt. Es besteht bei gesunden Menschen eine ausgeklügelte Balance zwischen der Immunreaktion unseres Körpers, den Darmbakterien und der dünnen Zellschicht, die die Innenwände des Darmes ausgekleidet und die Darmbakterien und unser Immunsystem voneinander trennt. Diese Zellschicht wird Darm-Epithel genannt. Unser Immunsystem muss aber trotzdem in der Lage sein, auf gefährliche Bakterien zu reagieren. Wenn die Balance andauernd gestört wird, kann das erhebliche Konsequenzen für unsere Gesundheit haben, darunter eine chronische Darmentzündung.
      Epithelzellen bilden eine Barriere gegen das Eindringen von Bakterien aus dem Darm in den Körper und sind zugleich ein wichtiges System, um Immunzellen zu warnen, dass sich im Darm gefährliche Krankheitserreger befinden. Einer der ersten Ereignisse bei der Auslösung von gesunden Entzündungszuständen gegen diese Eindringlinge ist die Wanderung bestimmter weißer Blutkörperchen, neutrophiler Granulozyten, aus der Darmwand in den Darm. Das erlaubt diesen Immunzellen sich mit den Krankheitserregern auseinanderzusetzen, bevor sie in den Körper eindringen.
      Die Forscher aus den USA haben jetzt erstmals nachgewiesen, dass unser körpereigenes Endocannabinoidsystem eine wichtige Rolle bei der Gesunderhaltung des Darmes und dem Schutz vor einer chronischen Entzündung spielt. Professorin Beth A. McCormick aus dem Forscherteam, erklärte in einem Interview: „Zum ersten Mal haben wir verstanden, welche Moleküle an diesem Prozess beteiligt sind und wie Endocannabinoide und Cannabinoide die Entzündung kontrollieren.“
      Die Wissenschaftler entdeckten, dass die Darmentzündung durch zwei wichtige Prozesse reguliert wird, die dauernd in Bewegung sind und auf veränderte Bedingungen in der Darmumgebung reagieren. Der erste Mechanismus, der durch frühere Forschung bereits bekannt war, unterstützt eine aggressive Immunreaktion im Darm, der gefährliche Keime zerstört, der allerdings auch das Epithel des Darmes schädigen kann, wenn die neutrophilen Granulozyten angreifen und dabei nicht zwischen den schädlichen Bakterien und den Epithelzellen unterscheiden.
      Der zweite Mechanismus, der erst jetzt entdeckt wurde, schaltet die Entzündungsreaktion durch spezifische Moleküle ab. Diese Moleküle werden auf die gleiche Art und Weise durch das Epithel transportiert wie die Entfernung von giftigen Substanzen aus diesen Darmzellen in den Darm hinein (und schließlich aus dem Enddarm in die Toilette heraus). Entscheidend ist nun, dass dieser Mechanismus ein Endocannabinoid benötigt.
      Wenn dieses Endocannabinoid nicht vorhanden ist, kann die Entzündung nicht in der oben beschriebenen Balance bleiben und aus dem Ruder geraten. Dann können bestimmte Immunzellen des Körpers, die neutrophilen Granulozyten, unkontrolliert die Epithelzellen attackieren. Auch wenn die Untersuchung an Mäusen stattfand, welche keinen Cannabinoid-2-Receptor aufweisen, nahmen die Entzündung sowie der Fluss dieser Immunzellen in den Darm zu.
      Professorin McCormick und Ihre Mitarbeiter gehen davon aus, dass die Einnahme von Cannabinoiden der Hanfpflanze dabei helfen können, die Darmentzündung zu lindern, genau so, wie es normalerweise die natürlich im Körper produzierten Endocannabinoide machen würden.
      „Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass, obwohl es eine plausible Erklärung dafür darstellt, warum Marihuanakonsumenten davon berichtet haben, dass Cannabis Symptome der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung lindert, wir dies bisher erst bei Mäusen untersucht und noch nicht experimentell beim Menschen bewiesen haben. Wir hoffen allerdings, dass diese Ergebnisse uns helfen werden, neue Wege zu entwickeln, um Darmerkrankungen beim Menschen zu behandeln“, erklärte Professor Randy Mrsny vom Institut für Pharmazie und Pharmakologie der Universität von Bath, ein Co-Autor der aktuellen Studie, die zuerst online im August 2018 im Journal of Clinical Investigation veröffentlicht wurde.
    • "Der zweite Mechanismus, der erst jetzt entdeckt wurde, schaltet die Entzündungsreaktion durch spezifische Moleküle ab. Diese Moleküle werden auf die gleiche Art und Weise durch das Epithel transportiert wie die Entfernung von giftigen Substanzen aus diesen Darmzellen in den Darm hinein (und schließlich aus dem Enddarm in die Toilette heraus). Entscheidend ist nun, dass dieser Mechanismus ein Endocannabinoid benötigt.
      Wenn dieses Endocannabinoid nicht vorhanden ist, kann die Entzündung nicht in der oben beschriebenen Balance bleiben und aus dem Ruder geraten. Dann können bestimmte Immunzellen des Körpers, die neutrophilen Granulozyten, unkontrolliert die Epithelzellen attackieren."

      Inzwischen bin ich davon überzeugt, dass viele chronische Erkrankungen wie Krebs alle mit Entzündungen einhergehen. Wenn nun ein intaktes Endocannabinoidsystem Entzündungen verhindert, so erklärt sich auch, warum Cannabis so vielfältige Heilwirkung auf die verschiedensten Erkrankungen hat! :rolleyes:
      Wir alle sind Lernende und Lehrende, Lehrende und Lernende :weed3:
    • Wirklich interessant. Das sollte ich mal meinem Hausarzt schicken, der würde es aber eh nicht lesen. Wie der mich fertig gemacht hat als ich damals zu ihm gekommen bin und gefragt hab, was er davon halten würde meine chronische Darmkrankheit mit Cannabis zu behandeln. Cannabis helfe ja gar nicht. Mache es noch schlimmer. Ist Geldverschwendung und würde mich nur süchtig machen.
      Klar, der hat echt Ahnung.
      Seitdem geh ich nicht mehr zu dem.
    • Zitat aus dem Artikel:
      "Die neuen Erkenntnisse stammen bisher nur aus Experimenten mit Mäusen.
      Die Forscher hoffen aber, dass ihre Ergebnisse dabei helfen, neue Wege
      für die Behandlung von Darmerkrankungen beim Menschen zu finden."

      Seit Jahrzehnten lese ich solche Sätze!
      Experimente mit Tieren. Aber durchschlagende Erfolge durch die "hoffenden Forscher"
      in Form von Heilung habe ich nie erlebt.

      Hingegen bei Cannabis brauchen die Forscher nicht auf "neue Wege" hoffen.
      Diesen Weg gibt es schon lange und wird jeden Tag von Kranken erfolgreich begangen.

      Warum nutzen die Forscher nicht die Erkenntnisse von uns Patienten?

      Die überaus positive Wirkung auf den Darm von Cannabis kann ich generell bestätigen.
      Die meißten Sorten bedingen eine Linderung der Krämpfe, Schmerzen und bessere Verträglichkeit von Nahrungsmittel.
      Die Steigerung der Wirkung ist für mich Pedanios 22/1 bzw. Ghost Train Haze.
      Diese Blüte empfand ich beim ersten Gebrauch innerhalb von Minuten als Angstlösend(ich weiß kein passenderes Wort),
      mein Magen/Darm antworten genauso schnell mit einem Rumoren und direktem Hungergefühl.
      Die Verträglichkeit von Nahrungsmittel, die ich sonst überhaupt nicht essen kann, vergrössert sich enorm.

      Halte ich meinen P22/1 - Pegel aufrecht, kann ich fast "normal" essen. Sinkt der Pegel ab,
      verringert sich sehr schnell die Verträglichkeit und die entsprechenden Reaktionen treten wieder ausgeprägt zu Tage.

      Leider interessieren sich Forscher nicht für "reale" Ergebnisse und Erkenntnisse. werderw
      Sollen sie solange forschen wie sie wollen :weed9: ... mir Wurscht!!! (Cannabis soll ja gleichgültig machen )

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